Biologie und Chemie für Schülerinnen und Schüler am Gymnasium

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Erdöl und Erdgas - organische Stoffgemische

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7. Das Cracken

Crackeranlage Das Wort Cracken kommt aus dem Englischen: to crack = brechen.

Beim Cracken werden langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen in kurzkettige Kohlenwasserstoffverbindungen gespalten. Dieser Vorgang erfolgt in einem Reaktor, der als Cracker bezeichnet wird.

Die langkettigen Kohlenwasserstoffe (Schweröle) werden in den Cracker geleitet, in dem ca. 650 °C herrschen und Katalysator-Perlen umherwirbeln. Bei 650 °C ist die Siedetemperatur der Verbindungen lange erreicht und es entstehen aus den Kohlenwasserstoffen Dämpfe. Gelangen die Kohlenwasserstoffdämpfe an die Oberfläche der Katalysatorperlen, so werden die Dämpfe dort in kurzkettige Kohlenwasserstoffe gespalten. Die Katalysatorperlen verbrauchen sich jedoch sehr schnell und müssen ständig regeneriert werden.

Im Cracker entsteht kein Reinstoff, sondern ein Stoffgemisch verschiedener kurzkettiger Kohlenwasserstoffe.

Die chemischen Vorgänge kann man sich wie folgt vorstellen. Wird z. B.: Hexadecan in den Cracker geleitet, dann würden folgende Reaktionen möglich sein:

C16H34 → C8H18 + 3 C2H4 + CH4 + C

Hexadecan → Octan + 3 mol Ethen + Methan + Kohlenstoff (Ruß)

Nachfolgende Reaktionen wären auch denkbar:

C16H34 → C8H18 + C7H16 + C

Hexadecan → Octan + Heptan + Kohlenstoff (Ruß)

C16H34 → C7H16 + C5H12 + C2H6 + 2C

Hexadecan → Heptan + Pentan + Ethan + 2 mol Kohlenstoff (Ruß)

Allen Reaktionsgleichungen ist gemeinsam, dass aus einem Molekül mit 16 Kohlenstoffatomen (C16H34) kurzkettige Moleküle (die Moleküle haben alle weniger als 16 Kohlenstoffatome) entstanden sind.

Merksatz

Das Wort Cracken kommt aus dem Englischen: to crack = brechen. Beim Cracken werden langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen in kurzkettige gespalten. Dieser Vorgang erfolgt in einem Cracker.

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